Amorbach

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Amorbach im Odenwald, für den gleichnamigen Stadtteil Amorbach der Stadt Neckarsulm siehe Amorbach (Neckarsulm)


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Amorbach
Amorbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Amorbach hervorgehoben
49.6333333333339.2166666666667165Koordinaten: 49° 38′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 165 m ü. NN
Fläche: 50,92 km²
Einwohner: 4045 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63916
Vorwahl: 09373
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 112
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Kellereigasse 1
63916 Amorbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Peter Schmitt (CSU)

Amorbach ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg mit etwa 4100 Einwohnern (Stand Dezember 2006). Sie liegt am Rande des bayerischen Odenwaldes und feierte im Jahre 2003 ihr 750-jähriges Bestehen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 813 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 66% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der September, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im September. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 5% der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

[Bearbeiten] Geschichte

Fürstentum Leiningen

Ursprünglich entstand der Ort aus einem Benediktinerkloster (Kloster Amorbach), welches sich nach und nach zu einem Ort entwickelte und 1253 zur Stadt erhoben wurde. In späteren Jahren wechselte die im Grenzgebiet von Hessen, Bayern und Baden gelegene und heute etwa 4050 Einwohner zählende Stadt mehrfach den Landesherrn. Zwischen 1803 und 1806 war sie Residenzstadt des Fürstentums Leiningen. Erst 1816 wurde sie endgültig bayerisch. 1965 wurde Amorbach Luftkurort.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

In die Stadt Amorbach wurden eingemeindet:

  • 1. April 1973: Boxbrunn
  • 1. Januar 1975: Beuchen
  • 1. Januar 1976: Neudorf
  • 1. Januar 1976: Reichartshausen

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Amorbach 1735
Pfarrkirche St. Gangolf in Amorbach

[Bearbeiten] Fürstlich-Leiningensches Palais Amorbach

Siehe auch: Fürstlich-Leiningensches Palais Amorbach

[Bearbeiten] Orgel

Die im Eigentum des Fürstenhauses zu Leiningen befindliche ehemalige Benediktinerabtei mit ihrer beachtenswerten Bibliothek und die fürstliche Abteikirche mit ihrer weltberühmten Stumm-Orgel ziehen jährlich Tausende von Besuchern an. 1782 wurde die Orgel nach achtjähriger Bauzeit von den Brüdern Johann Philipp Stumm (1705–1776) und Johann Heinrich Stumm (1715–1788) vollendet. Im Amorbacher Werk, dem größten und bedeutendsten im 200-jährigen Wirken der schon damals hochgeschätzten Orgelbau-Dynastie Stumm, konnten diese Stil und Klangideal, eine Synthese des süddeutschen und des französischen Orgelbaues, uneingeschränkt verwirklichen. Die originale Klangsubstanz des imposanten Werkes überdauerte fast unbeschadet mehr als zwei Jahrhunderte. Im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden nach dem jeweiligen Zeitgeschmack weitere Register hinzugefügt.

Hinter dem beeindruckenden 16-feldrigen Prospekt, mit seinen 124 klingenden und bis zu sieben Meter hohen Zinnpfeifen befinden sich Hauptwerk, Positiv und Echo mit originaler Disposition und Pfeifenwerk auf den 1982 rekonstruierten Schleifladen. Alle 14 Pedalregister stehen frei dahinter. Wiederum dahinter steht in drei Etagen das 1982 hinzugefügte neue Schwellwerk. Es enthält eine sinnvolle Zusammenstellung von nach 1868 hinzugefügten Registern mit einem der französischen Orgelromantik verpflichteten Klangcharakter. Mit ihren 5116 Pfeifen und 30 Schalenglocken, die sich auf 66 Register verteilen und von vier Manual- und einer Pedalklaviatur gespielt werden, verfügt die Orgel über einen unerschöpflichen Klangreichtum. Nicht nur die hohen solistischen Qualitäten eines jeden Registers sondern auch die hervorragende Akustik der ehemaligen Abteikirche lassen ein Orgelspiel zu einem ganz besonderen Erlebnis werden. So hat die Amorbacher Stumm-Orgel internationale Bedeutung.

Sammlung Berger mit Teekannenmuseum

[Bearbeiten] Museen

Einmalig, zumindest im europäischen Raum, ist das Museum Sammlung Berger mit Teekannenmuseum. Neben eindrucksvollen Exponaten moderner Kunst von Arman, Michael Buthe, Chagall, Christo, Keith Haring, Otto Reichart, Rebecca Horn, Yves Klein, Roy Lichtenstein, Nam June Paik, Niki de Saint-Phalle, H. A. Schult, Daniel Spoerri, Ben Vautier, Dick Higgins und anderen zeigt das Museum die größte Teekannensammlung Europas mit 2467 figürlichen Teekannen aus aller Welt und rund 500 Miniaturteekannen.

[Bearbeiten] Zehntscheuer

Die Zehntscheuer in Amorbach, 1488 erbaut, hat seit fünf Jahrhunderten eine zentrale Bedeutung für die Stadt. Ursprünglich für die Aufbewahrung der Naturalsteuer Zehnt des Mainzer Kurfürsten erbaut, wurde sie in den 1960er Jahren nach umfassenden Umbauarbeiten als Kino betrieben.

Der Kulturkreis Zehntscheuer Amorbach e.V., der das Gebäude 1991 zur Kleinkunstbühne umgestaltete, hat sich neben dem angebotenen Programm zur Aufgabe gemacht, das im historischen Stadtkern gelegene Gebäude zu erhalten und zu renovieren. Vorläufiger Höhepunkt war der Kauf der Zehntscheuer im Jahre 2001.

So wurden in den vergangenen Jahren nach und nach die Toilettenanlagen modernisiert und erweitert, der aus Kinozeiten stammende schräge Fußboden begradigt, sowie der komplette Innen- und Außenputz samt Anstrich saniert bzw. erneuert. Abgerundet wurde das Ganze durch eine Licht- und Tonanlage sowie einer den Vorschriften entsprechenden Küche. Für die Außenfassade wurden unter fachmännischer Anleitung althergebrachte Farben und Techniken verwendet. Der Innenraum besticht nach der neuen Möblierung durch seine gemütliche Atmosphäre und besonderen Flair. 2.500 freiwillig geleistete Arbeitsstunden und weit über 120.000 EUR waren nötig um dies zu erreichen. Der Kauf wurde u.a. durch Spendenaktionen, Benefizkonzerte sowie finanzielle Rücklagen des Vereines realisiert. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, es gibt immer noch viel zutun.

Der am Muttertag stattfindende, jährliche Gangolfsritt

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Amorbacher Abteikonzerte in der ehemaligen Benediktiner-Abteikirche
  • Kabarett und Kleinkunstprogramm in der Kleinkunstbühne Zehntscheuer Amorbach
  • Täglich wird die weltberühmte STUMM-Orgel (1782) mit ihren 5116 Pfeifen um 12 und 15 Uhr mit ständig wechselnden Programmen gespielt.
  • Jährlich am Muttertag findet der sogenannte Gangolfsritt statt, ein Pferdeumzug quer durch die Stadt.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Heute umwirbt Amorbach erholungsuchende Touristen mit seiner staatlichen Anerkennung als Luftkurort und seinen zahlreichen barocken Bauwerken. Auch Theodor W. Adorno, der regelmäßig als Stammgast in Amorbach weilte, trägt zum Bekanntheitsgrad bei. Nach seinem Tode wurde in einem Hotel ein Adornozimmer eingerichtet.

Die noch um 1960 vorhandene Perlmutt-Industrie ist heute nur noch vereinzelt in Künstlerhand anzutreffen. Amorbach ist der Stammsitz des Fürstenhauses zu Leiningen. 1992 wurde der Stadt die Europa-Nostra-Medaille verliehen.

[Bearbeiten] Verkehr

In Amorbach mündet die Bundesstraße 469 in die Bundesstraße 47. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke SeckachMiltenberg (KBS 709), auch Madonnenlandbahn genannt.

[Bearbeiten] Schulen

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Sonstiges

Die Eltern der späteren britischen Königin Victoria heirateten in Amorbach.

[Bearbeiten] Literatur

  • Walter Hotz: Amorbacher Cicerone. Kunstgeschichtlicher Wegweiser durch Abtei und Stadt mit Amorsbrunn, Gotthard, Wildenberg, Waldleiningen und den Pfarrdörfern. 5., neu bearbeitete und ergänzte Auflage, Amorbach 1976
  • Norbert Schmitt: Amorbacher Familienbuch 1618-1913, mit Angaben über die Familien von Amorbach (Stadt), Beuchen, Boxbrunn (mit Neidhof), Buch (mit Walkmühle), Gönz (mit Sansenhof; bis 1878), Gottersdorf (mit Kummershof; bis 1908), Neudorf, Otterbach (mit Schafhof), Reichartshausen und Zittenfeld, sowie Schneeberg und Hambrunn (1618-1688). Pfarrgemeinde St. Gangolf, Amorbach 1998.

[Bearbeiten] Weblinks

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