Dietmar Dath

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Dietmar Dath 2008

Dietmar Dath (* 3. April 1970 in Rheinfelden (Baden)) ist ein deutscher Autor, Journalist und Übersetzer.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Dath wuchs in Schopfheim auf, machte in Freiburg Abitur, absolvierte den Zivildienst und studierte dann in Freiburg natur- und geisteswissenschaftliche Fächer.

Ab 1990 veröffentlichte er in verschiedenen Zeitschriften Beiträge über gesellschaftliche und popkulturelle Themen. Zudem übersetzte er Werke von Joe R. Lansdale, Kodwo Eshun und Buddy Giovinazzo aus dem Englischen.

Als Journalist war Dath von 1998 bis 2000 Chefredakteur von Spex. Von 2001 bis 2007 war er Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2008 wurde er mit dem Förderpreis zum Lessing-Preis für Kritik ausgezeichnet. Sein Roman Die Abschaffung der Arten kam 2008 auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

[Bearbeiten] Zum Werk

[Bearbeiten] Phonon

In Phonon oder der Staat ohne Namen vereint Dath Elemente der Popkultur (insbesondere der Popmusik), linke politische Ideen und übertriebene fantastische und Horror-Elemente. Die Hauptfigur Martin Mahr arbeitet für ein fiktionales Musikmagazin Phonon, das leicht als die Spex erkannt werden kann. Im Buch wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg eine Monarchie, deren Kaiserin Patrizia mit Hilfe von Horoskopen regiert und ihre Untertanen wohnen in gigantischen Bäumen. Eine Gruppe von Verschwörern versucht, wichtige Personen aus Staat und Magazin durch Roboter zu ersetzen, doch eine Untergrundgruppe namens GPI kämpft dagegen. Am Ende füllt grüner Schleim die Gebäude, die Menschen in den Straßen werden verrückt und töten sich gegenseitig und das Geschehen driftet in einen surrealen Verlauf ab. Der Roman enthält zahlreiche Anspielungen auf die zeitgenössische deutsche Literatur, Musik und Politik.

[Bearbeiten] Für immer in Honig

Für immer in Honig ist Daths umfangreichster Roman mit rund 1000 Seiten. Hier kämpfen reanimierte Zombies, die sehr den Armeen des Dritten Reiches ähneln, gegen die gesamte heutige Menschheit. Eine kleine Gruppe Superhelden mit übernatürlichen Fähigkeiten spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen diese Zombies. Mehrere von ihnen kennen sich aus ihrer Jugendzeit in einem kleinen Städtchen im Badischen, das deutlich an Daths eigenen Heimatort erinnert. Ein ausgedehnter politischer Essay ist über die zweite Hälfte des Romans verteilt, insgesamt nahezu 200 Seiten. Er wird im Roman als "Was tun? des 21. Jahrhunderts" bezeichnet, also als eine Neufassung der Revolutionstheorie Lenins für die Gegenwart.

[Bearbeiten] Werke

  • Liz Disch und der Hermit King. Mit: Ik krijg je nog wel und Adler in Ordnung. Hrsg. Barbara Kirchner, Kevil Library No.2, Graben Verlag 1994
  • Cordula killt Dich! oder Wir sind doch nicht Nemesis von jedem Pfeifenheini. Roman der Auferstehung. Berlin: Verbrecher Verlag 1995
  • Die Ehre des Rudels. Horrornovelle. Berlin: Maas Verlag 1996
  • Charonia Tritonis. Ein Konzert, Dumme bitte wegbleiben. Erzählung. Berlin: SuKuLTuR Verlag 1997
  • Skye Boat Song. Roman. Berlin: Verbrecher Verlag 2000
  • Am blinden Ufer. Eine Geschichte vom Strand und aus den Schnitten. Roman. Berlin: Verbrecher Verlag 2000
  • Gut in Mathe, schlecht in Intimität. Kurzgeschichte. Jungle World 19/2001, 2. Mai 2001
  • Phonon oder Staat ohne Namen. Roman. Berlin: Edition Pfadintegral im Verbrecher Verlag 2001
  • Schwester Mitternacht. Roman (mit Barbara Kirchner). Berlin: Verbrecher Verlag 2002
  • Schöner rechnen. Die Zukunft der Computer. Berlin: Berliner Taschenbuch Verlag 2002
  • Ein Preis. Halbvergessene Geschichte aus der Wahrheit. Berlin: SuKuLTuR Verlag 2003
  • Höhenrausch. Die Mathematik des XX. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen. Frankfurt/Main: Eichborn Verlag (Die andere Bibliothek) 2003
  • Sie ist wach. Über ein Mädchen das hilft, schützt und rettet. Berlin: Implex Verlag 2003 (Über die Fernsehserie Buffy – Im Bann der Dämonen)
  • Für immer in Honig. Roman. Berlin: Implex Verlag 2005. Neuauflage: Berlin: Verbrecher Verlag 2008
  • Die salzweißen Augen. Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2005
  • Dirac. Roman. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2006
  • Heute keine Konferenz. Texte für die Zeitung. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2007 (edition suhrkamp)
  • Waffenwetter. Roman. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2007
  • Das versteckte Sternbild. Roman. (Unter dem Pseudonym David Dalek) Berlin: Shayol Verlag 2007
  • The Shramps. Mit Daniela Burger. Berlin: Implex Verlag / Verbrecher Verlag 2007
  • Maschinenwinter. Wissen, Technik, Sozialismus. Eine Streitschrift. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2008 (edition unseld)
  • Die Abschaffung der Arten. Roman. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2008
  • Vier Treppen durch Döblin. Essay. In: Neue Rundschau 120/1, S. 23-31. Frankfurt/Main: S. Fischer 2009

[Bearbeiten] Literatur

  • Hartmut Kasper: „Wenn die Macht sehr dick tut, wird Science Fiction zum Randvergnügen.“ Ein Gespräch mit Dietmar Dath. In: Sascha Mamczak, Wolfgang Jescke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2007. Heyne, München 2007, ISBN 978-3-453-52261-9. S. 443-461

[Bearbeiten] Weblinks

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