Olympische Sommerspiele 1980/Leichtathletik – Kugelstoßen (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sportart Leichtathletik
Disziplin Kugelstoßen
Geschlecht Männer
Teilnehmer 16 Athleten aus 11 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Luschniki
Wettkampfphase 28. Juli 1980 (Qualifikation)
30. Juli 1980 (Finale)
Medaillengewinner
Wladimir Kisseljow (Sowjetunion 1955 URS)
Alexander Baryschnikow (Sowjetunion 1955 URS)
Udo Beyer (Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR)
Das Luschniki-Stadion während der Eröffnungsfeier dieser Spiele

Das Kugelstoßen der Männer bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau wurde am 28. und 30. Juli 1980 im Olympiastadion Luschniki ausgetragen. Sechzehn Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde Wladimir Kisseljow aus der Sowjetunion. Er gewann vor seinem Landsmann Alexander Baryschnikow und Udo Beyer aus der DDR.

Für die DDR ging neben dem Medaillengewinner Beyer Hans-Jürgen Jacobi an den Start. Auch er erreichte das Finale und belegte dort Rang sechs.
Jean-Pierre Egger aus der Schweiz kam ebenfalls ins Finale. Er wurde Zwölfter.
Kugelstoßer aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil. Athleten aus der Bundesrepublik Deutschland waren wegen des Olympiaboykotts ebenfalls nicht dabei.

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestehende Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekord 22,15 m Udo Beyer (Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR) Göteborg, Schweden 6. Juli 1978[1]
Olympischer Rekord 21,32 m Alexander Baryschnikow (Sowjetunion 1955 Sowjetunion) Qualifikation OS Montreal, Kanada 23. Juli 1976

Rekordverbesserung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sowjetische Olympiasieger Wladimir Kisseljow verbesserte den bestehenden olympischen Rekord mit seinem dritten Stoß im Finale am 30. Juli um drei Zentimeter auf 21,35 m. Den Weltrekord verfehlte er damit um achtzig Zentimeter.

Durchführung des Wettbewerbs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Athleten traten am 28. Juli zu einer Qualifikationsrunde an. Da es nur sechzehn Teilnehmer gab, wurde diese Ausscheidung gemeinsam in einer Gruppe durchgeführt. Zwölf Athleten – hellblau unterlegt – übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 19,60 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern erreicht. Diese bestritten das Finale am 30. Juli.

Zeitplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

28. Juli, 10:30 Uhr: Qualifikation
30. Juli, 18:35 Uhr: Finale[2]

Anmerkung:
Alle Zeiten sind in Ortszeit Moskau (UTC+3) angegeben.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet:

verzichtet
x ungültig

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahadur Singh Chouhan – ausgeschieden mit 17,05 m

Datum: 28. Juli 1980, 10:30 Uhr[3]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite
1 Wladimir Kisseljow Sowjetunion 1955 Sowjetunion 20,72 m 20,72 m
2 Alexander Baryschnikow Sowjetunion 1955 Sowjetunion 20,58 m 20,58 m
3 Vladimir Milić Jugoslawien Jugoslawien 20,56 m 20,56 m
4 Reijo Ståhlberg Finnland Finnland 20,53 m 20,53 m
5 Anatolij Jarosch Sowjetunion 1955 Sowjetunion 20,19 m 20,19 m
6 Udo Beyer Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR 19,94 m 19,94 m
7 Hans-Jürgen Jacobi Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR 19,15 m 19,57 m 19,92 m 19,92 m
8 Geoff Capes IOCIOC Großbritannien 19,75 m 19,75 m
9 Hreinn Halldórsson Island Island 19,29 m 19,74 m 19,74 m
10 Jaromír Vlk Tschechoslowakei Tschechoslowakei 19,58 m 19,69 m 19,69 m
11 Óskar Jakobsson Island Island 19,30 m x 19,66 m 19,66 m
12 Jean-Pierre Egger IOCIOC Schweiz 19,61 m 19,61 m
13 Nikola Hristow Bulgarien 1971 Bulgarien 17,82 m 18,94 m 19,01 m 19,01 m
14 Mohamed al-Zinkawi Kuwait Kuwait 17,15 m x 17,03 m 17,15 m
15 Bahadur Singh Chouhan Indien Indien 17,05 m 16,91 m 16,72 m 17,05 m
NM Waltscho Stojew Bulgarien 1971 Bulgarien x x x ogV

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum: 30. Juli 1980, 18:35 Uhr[3]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Wladimir Kisseljow Sowjetunion 1955 Sowjetunion 21,10 m 20,86 m 21,35 m OR 21,03 m 21,00 m x 21,35 m OR
2 Alexander Baryschnikow Sowjetunion 1955 Sowjetunion 20,20 m 21,08 m 20,66 m 20,39 m x x 21,08 m
3 Udo Beyer Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR x 20,70 m 21,06 m 20,98 m x x 21,06 m
4 Reijo Ståhlberg Finnland Finnland 19,83 m x 20,20 m 19,63 m 20,82 m 20,58 m 20,82 m
5 Geoff Capes IOCIOC Großbritannien 20,50 m x 19,47 m x 19,69 m 19,23 m 20,50 m
6 Hans-Jürgen Jacobi Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR 20,32 m x 19,80 m 19,50 m x 20,00 m 20,32 m
7 Jaromír Vlk Tschechoslowakei Tschechoslowakei 20,24 m x 19,77 m 19,62 m 19,84 m 20,01 m 20,24 m
8 Vladimir Milić Jugoslawien Jugoslawien 20,07 m x 19,69 m x 20,06 m x 20,07 m
9 Anatolij Jarosch Sowjetunion 1955 Sowjetunion 19,63 m 19,93 m x nicht im Finale der
besten acht Athleten
19,93 m
10 Hreinn Halldórsson Island Island 19,55 m 18,99 m 19,16 m 19,55 m
11 Óskar Jakobsson Island Island 19,07 m x x 19,07 m
12 Jean-Pierre Egger IOCIOC Schweiz 18,25 m 18,26 m 18,90 m 18,90 m

Als Favorit galt der Olympiasieger von 1976 Udo Beyer, gleichzeitig Inhaber des Weltrekords und Europameister 1978. Als stärkster Konkurrent galt der Silbermedaillengewinner von Montreal Alexander Baryschnikow. Die US-amerikanische Elite fehlte zwar, aber ihre Athleten waren in diesen Jahren nicht so stark, dass sie zum engsten Kreis der Medaillenanwärter hätten zählen können.

Der sowjetische Athlet Wladimir Kisseljow, der schon in der Qualifikation die größte Weite gestoßen hatte, ging in der ersten Runde mit 21,10 m in Führung. Hinter ihm lag der Brite Geoff Capes, gefolgt von Hans-Jürgen Jacobi aus der DDR. Baryschnikow schob sich im zweiten Versuch mit 21,08 m auf Platz zwei, Beyer folgte auf Rang drei. Im dritten Versuch kam Beyer bis auf zwei Zentimeter an Baryschnikow heran, während Kisseljow die Kugel auf die neue Olympiarekordweite von 21,35 m stieß. Im vierten Durchgang änderte sich nichts, im fünften zog der Finne Reijo Ståhlberg an Capes vorbei auf Platz vier. Auch in der letzten Versuchsreihe änderte sich dann nichts mehr. Damit wurde Wladimir Kisseljow überraschend Olympiasieger vor den eigentlichen Favoriten Alexander Baryschnikow – Silber – und Udo Beyer – Bronze.[4]

Wladimir Kisseljow wurde erster sowjetischer Olympiasieger im Kugelstoßen.

Videolinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Athletics - Progression of outdoor world records, Shot put – Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 13. Oktober 2021
  2. Official Report, Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980, v.3 (englisch/französisch), S. 17 (PDF, 28.260 KB), abgerufen am 31. Oktober 2021
  3. a b Official Report, Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980, v.3 (englisch/französisch), S. 61 (PDF, 28.260 KB), abgerufen am 31. Oktober 2021
  4. Athletics at the 1980 Moskva Summer Games: Men's shot put, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 31. Oktober 2021