Utrecht
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Flagge |
![]() Wappen |
| Provinz | Utrecht |
| Bürgermeister | Aleid Wolfsen |
| Sitz der Gemeinde | Utrecht |
| Fläche – Land – Wasser |
99,32 km² 95,35 km² 3,97 km² |
| Einwohner – Bevölkerungsdichte |
299 484 (30.11.2008) 3141 Einwohner/km² |
| Koordinaten | 52° 5′ N, 5° 7′ O52.0888888888895.1155555555555Koordinaten: 52° 5′ N, 5° 7′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | A2, A12, A27 |
| Vorwahl | 030 |
| Postleitzahlen | 3500 - 3599 |
| Website | www.utrecht.nl |
Die niederländische Gemeinde Utrecht (
anhören?/i) ist die Hauptstadt der Provinz Utrecht. Am 30. November 2008 betrug die Einwohnerzahl 299.217 (Agglomeration 660.000). Die Stadt ist sehr zentral in den Niederlanden gelegen, deswegen kommt auch ihrem Bahnhof eine besondere Bedeutung für Fernverbindungen zu. Utrecht verfügt mit der Universität Utrecht über eine bedeutende Universität, eine Musikhochschule (Conservatorium) und eine Fachhochschule (Hogeschool). Die Stadt ist Sitz sowohl eines römisch-katholischen als auch eines altkatholischen Erzbischofs.
Westlich der Stadt, ringsum das Dorf Vleuten, ist die Planstadt Leidsche Rijn im Bau. Das auf einer Fläche von rund 20 Quadratkilometern größte Stadtbauprojekt der Niederlande soll bis 2015 fertiggestellt sein und 100.000 Menschen Wohnraum und Arbeitsstätten bieten. Bei der Planung dieses Musterstadtteils wurde Wert darauf gelegt, dass eine möglichst kleinteilige Siedlungsweise mit vielen Eigenheimen, die oft an den Ufern kleiner Kanäle liegen, verwirklicht wird. Die Bewohner sollen alle Infrastruktureinrichtungen wie Kinderbetreuung, Schulen, Einkaufszentren, Freizeit- und Sporteinrichtungen über das Radwegenetz möglichst schnell erreichen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Catharijneconvent, bedeutendes Museum für Religionsgeschichte; es befindet sich im ehemaligen Katharinenkloster
- „Galgenwaard“, Stadion am Ostrand der Stadt, wo der Profi-Fußballverein FC Utrecht spielt.
- Kirchen, alte: unter anderem die Buur-, Jans-, St. Petri-, Nikolai-, Jacobi-, Geerte- (= Gertrudis-)kirche
- Nederlands Spoorwegmuseum, das Niederländische Eisenbahnmuseum
- Haus Oudaen (um 1300)
- Paushuize und einige alte Häuser und Stadtschlösser, Paushuize: hier lebte (1517) der Papst Hadrian VI.;
- Rietveld-Schröder-Haus, im Stil der Moderne, von 1923, Weltkulturerbe
- die Stadt hat, als Universitätsstadt, viele Kneipen und Restaurants
- Universitätsmuseum
- der Utrechter Dom, einer der bedeutendsten der Niederlande. Seit das Langhaus 1674 durch einen Orkan einstürzte, klafft eine Lücke zwischen der Vierung und dem Westturm, mit 112,5 Meter der höchste Kirchturm des Landes. Er hat ein Hemony-Glockenspiel aus dem 17. Jahrhundert
- Museum Van Speelklok tot Pierement, ein Museum für Spieluhren und Drehorgeln
- Vredenburg, das Musikzentrum
- Centraal Museum Utrecht (alte und moderne Kunst)
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits im Jahre 48 n. Chr. gab es an dieser Stelle auf Grund der günstigen Lage der Flusslandschaft mit ihren Flüssen Nederrijn, Lek, Waal und Merwede eine römische Siedlung, die möglicherweise Traiectum („Flussübergang“) hieß. Um 690 errichtete der heilige Willibrord hier eine Mission. Für die Gebäude wurden die römischen Ruinen wiederverwendet.
Der Ort bekam den Namen: Ultra Traiectum, uut Trecht („außerhalb Trajectums“), vergleiche niederländisch uit („aus“). In alten Drucken findet sich im Impressum die Ortsangabe Trajecti ad Rhenum oder auch Traiecti Batavorum.
Im 12. Jahrhundert wurde Utrecht eine ummauerte Stadt. Als Bischofssitz war sie von größter Bedeutung und die Stadt ist daher reich an mittelalterlichen Kirchen. Im Jahr 1559 wurde Utrecht Sitz eines Erzbistums. Im Jahre 1576 gab es in der Stadt einen Aufstand (siehe: Achtzigjähriger Krieg) gegen die Spanier, und die Zitadelle Vredenburg wurde eingenommen (später geschleift; die Trümmer wurden für andere Bauten wiederverwendet). 1579 wird in Utrecht die Utrechter Union abgeschlossen.
Im Jahre 1636 wurde die Universität gegründet. Die Stadt verlor dann vorübergehend an Bedeutung, wuchs aber wieder stark, nachdem sie im 19. Jahrhundert Eisenbahnanschlüsse erhielt. Utrecht ist heute die viertgrößte Stadt der Niederlande. Im Westen ist, rings um das ehemalig selbständige Dorf Vleuten, ein großes Neubauviertel, Leidsche Rijn, im Bau.
Im Jahr 1723 kam es zum Schisma zwischen dem Klerus des Erzbistums Utrecht und dem Heiligen Stuhl, wodurch die Alt-Katholische Kirche der Niederlande entstand. Erst 1853 wurde Utrecht auch wieder Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs. Heute gibt es in Utrecht daher zwei Erzbischöfe, einen römisch-katholischen und einen alt-katholischen.
1931 wurde in Utrecht die faschistische Nationaal-Socialistische Beweging (NSB) gegründet.
[Bearbeiten] Die Frieden von Utrecht
Der Name Utrecht taucht immer wieder bei wichtigen Verhandlungen und Verträgen, die von welthistorischer Bedeutung waren, auf. Hier wurde unter Anderem nach dem Ende der spanischen Erbfolgekriege im 18. Jahrhundert ein Vertrag ausgehandelt, der neben der Regelung der Großmächte in Europa auch den Kolonialbesitz dieser regelte. Ferner wurde hier bereits im 15. Jahrhundert ein Vertrag ausgehandelt, um die Besitzansprüche der Hanse klar abzustecken.
Siehe auch:
- Verträge und Friede von Utrecht zum spanischen Erbfolgekrieg (18. Jahrhundert)
- Verträge und Friede von Utrecht zur Stellung der Hanse (15. Jahrhundert)
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Des Weiteren bestand von 1971 bis 1976 eine Partnerschaft mit Hannover.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die Stadt verfügt über eine vielseitige Industrie, wichtiger jedoch ist der Dienstleistungsbereich. Viele Versicherungsgesellschaften, einige kleine Banken, unter anderem auch der niederländische Teil der Fortis-Gruppe, Energieversorger wie Econcern, viele Institutionen wie die Gewerkschaften der Niederlande sowie die niederländische Eisenbahngesellschaft NS (Nederlandse Spoorwegen) haben in Utrecht ihren Hauptsitz.
Die Stadt ist der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt der Niederlande. Auch der Merwedekanaal und dessen Erweiterung im Amsterdam-Rhein-Kanal helfen beträchtlich mit, die wirtschaftliche Zentralstelle Utrecht zu stärken. 1916 wurde der Jaarbeurs, die Utrechter Messe gegründet. Die Universität hat ihre meisten Gebäude im Universitätszentrum De Uithof, am Südostrand der Stadt, an der Autobahn Richtung De Bilt und Arnheim. Mehrere Autobahnen kreuzen sich nahe der Stadt. Der Flughafen Schiphol ist etwa 40 Kilometer entfernt.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Ibrahim Afellay, niederländischer Fußballspieler
- Louis Andriessen, niederländischer Komponist und Lehrer
- Dirck van Baburen, holländischer Maler
- Marco van Basten, niederländischer Fußballspieler
- Ben van Berkel, niederländischer Architekt
- Herman Berkien, niederländischer Entertainer und Sänger
- Andries Both, holländischer Maler
- Jan Both, holländischer Maler
- Dick Bruna, niederländischer Autor, Zeichner und Grafikdesigner
- Wim ter Burg, Kirchenmusiker, Chordirigent und Musikpädagoge
- Dick van Burik, niederländischer Ex-Fußballspieler
- Pieter Burmann der Ältere, niederländischer Universalgelehrter
- Godert Alexander Gerard Philip van der Capellen, niederländischer Staatsmann
- Claude Théodore Decaen, französischer General
- Theo van Doesburg, niederländischer Maler und Kunsttheoretiker
- Arnold Drakenborch, niederländischer klassischer Gelehrter
- Karel Willem Frederick Marie Doorman, niederländischer Konteradmiral
- Jacob van Eyck, blinder Blockflöten-Virtuose
- Anton Geesink, niederländischer Judoka
- Hadrian VI., Papst von 1522 bis 1523
- Jan Davidsz. de Heem, Maler
- Hendrik Christoffel van de Hulst, niederländischer Astrophysiker
- Liudger, Missionar, Gründer des Klosters Werden, Werdener Klosterleiter und erster Bischof von Münster
- Gisbert Longolius (1507-1543), niederrheinischer Humanist
- Willem Mengelberg, niederländischer Dirigent
- Olivier van Noort, niederländischer Seefahrer
- Heiko Augustinus Oberman, reformierter Kirchenhistoriker
- Johan Friso von Oranien-Nassau, zweiter Sohn von Königin Beatrix und Prinz Claus der Niederlande
- Willem-Alexander von Oranien-Nassau, Kronprinz der Niederlande
- Gerrit Rietveld, niederländischer Architekt und Designer
- Anna Maria van Schurman, barocke Universalgelehrte (das „Juwel von Utrecht“)
- Wesley Sneijder, niederländischer Fußballer
- Carole Thate (*1971), ehemalige niederländische Feldhockeyspielerin
- Jochem Uytdehaage, niederländischer Eisschnellläufer
- Herman van Veen, niederländischer Sänger, Schriftsteller, Liedertexter und Liederkomponist
- Raymond Victoria, Fußballspieler der Niederländischen Antillen
- Johannes Voet, Jurist
- Johan Wagenaar, niederländischer Komponist und Organist
- Herman Wirth, Mitgründer der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe
- Joachim Wtewael, niederländischer Maler
- Erik van der Wurff, niederländischer Komponist
- Belle van Zuylen (Isabelle de Charrière), niederländisch-schweizerische Schriftstellerin
[Bearbeiten] Sonstiges
Die Universität Utrecht, die größte der Niederlande, hat neben der Universitätsbibliothek Utrecht und einer Reihe historischer Gebäude in der Altstadt einen ausgedehnten, architektonisch bedeutenden Campus im Osten der Stadt: De Uithof.
Es gibt eine Niederlassung des Holland Casino in Utrecht.
Am 8. September 2003 wurde in einem Vorort von Utrecht bei Baumarbeiten aus Versehen ein 45 Meter hoher Sendemast gefällt.
In Utrecht wurde das sogenannte Utrechter Modell entworfen, welches illegale Prostitution vor kriminellen Übergriffen schützen soll.
Die ehemaligen Stadtbahnfahrzeuge der Wiener Linien der Type E6/c6 werden teilweise nach Utrecht verkauft und im dortigen Straßenbahnnetz eingesetzt werden.
Das waren die ehemaligen Stadtbahnfahrzeuge, die auf der U6 im Einsatz waren.
[Bearbeiten] Literatur
- R.E. de Bruin, T.J. Hoekstra, A. Pietersma: The city of Utrecht through twenty centuries. A brief history, Utrecht 1999.
- Renger de Bruin u.a. (Hrsg.): The Utrecht way, 1495-1995: from Van Scorel to Rietveld and Koch, Centraal Museum, Utrecht 1994, ISBN 90-73285-26-7.
[Bearbeiten] Weblinks
Abcoude | Amersfoort | Baarn | Breukelen | Bunnik | Bunschoten | De Bilt | De Ronde Venen | Eemnes | Houten | IJsselstein | Leusden | Loenen | Lopik | Maarssen | Montfoort | Nieuwegein | Oudewater | Renswoude | Rhenen | Soest | Utrecht | Utrechtse Heuvelrug | Veenendaal | Vianen | Wijk bij Duurstede | Woerden | Woudenberg | Zeist


