Pfronten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pfronten
Pfronten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pfronten hervorgehoben
47.58333333333310.55853Koordinaten: 47° 35′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Höhe: 853 m ü. NN
Fläche: 62,22 km²
Einwohner: 7919 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87459
Vorwahl: 08363
Kfz-Kennzeichen: OAL
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 159
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Allgäuer Straße 6
87459 Pfronten
Webpräsenz:
Bürgermeister: Josef Zeislmeier (SPD/Pfrontener Liste)

Pfronten ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und liegt im Südwesten von Bayern, direkt an der Grenze zu Tirol (Österreich).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Ein Blick vom Breitenberg auf die Gemeinde Pfronten

Pfronten ist eine von insgesamt 46 Städten und Gemeinden im Landkreis Ostallgäu.

Das Gemeindegebiet wird von der Vils durchflossen. Pfronten liegt am Fuße des Breitenbergs, des Kienbergs sowie des Falkensteins auf einer Höhe von 853 m ü. NN.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Nachbargemeinden Pfrontens sind auf deutscher Seite die Stadt Füssen, die Gemeinde Eisenberg und der Markt Nesselwang. In Österreich liegen benachbart die Kleinstadt Vils sowie das Tannheimer Tal mit den Gemeinden Grän, Tannheim, Schattwald, Zöblen und Nesselwängle.

[Bearbeiten] Ausdehnung des Gemeindegebietes

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Bergpfronten und Steinachpfronten.

Zur Gemeinde Pfronten gehören die Orte Berg, Dorf, Halden, Heitlern, Kappel, Kreuzegg, Meilingen, Ösch, Rehbichel, Ried, Röfleuten, Steinach und Weißbach.

[Bearbeiten] Geschichte

Dank einer römischen Nachschubstraße nach Cambodunum (das heutige Kempten), die durch das heutige Pfronten führte und ihr als Lebensader diente, blickt Pfronten auf eine über 2.000-jährige Besiedlungsgeschichte zurück. Nach Abzug der römischen Truppen mischten sich nach und nach immer mehr heidnische Alemannen von Norden kommend unter die noch siedelnden christlichen Römer. Es bildete sich so im Laufe der Zeit eine Bevölkerung, die unter fränkisch-karolingischen Einfluss eine Einheit mit der deutschen Sprache und dem christlichen Glauben bildete. Später gehörte Pfronten dann ab 1803 zu Bayern.

Der Name Pfronten rührt vom althochdeutschen Phruonta bzw. dem mittelhochdeutschen Phruende her. Dies bedeutet Rodung. Durch die Rodung im Pfrontener Tal wurden immer größere Flächen für die Besiedelung frei. Es entstanden nach und nach die heutigen 13 Ortsteile, die unter dem gemeinsamen Namen für die Rodung begrifflich waren.

Auch in der neueren Literatur wird der Ortsname manchmal noch vom lateinischen "ad frontes Alpium Juliarum" (etwa: am Fuß der Alpen) abgeleitet.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Seit 2002 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Thoiry.

[Bearbeiten] Bürgermeister

Der Bürgermeister des Ortes ist Josef (Beppo) Zeislmeier in seiner 3. Periode

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfronten-Ried und Pfronten-Berg mit der Pfarrkirche St. Nikolaus. Ansicht von Osten

[Bearbeiten] Museen

In Pfronten findet sich ein Heimathaus, das eine heimatkundliche Ausstellung beherbergt. Schwerpunkt der Sammlung sind Werkzeuge und Hausrat im 19./20. Jahrhundert. Ein Besuch des Kristallmuseums empfiehlt sich ebenso.

[Bearbeiten] Bauwerke

Die auf dem Berg Falkenstein in 1268 Metern Höhe gelegene Burgruine Falkenstein ist die höchstgelegene Burgruine Deutschlands. Ein Bauvorhaben von König Ludwig II. scheiterte an dessen frühen Tod. In der nahen Umgebung finden sich zahlreiche monumentale Bauten wie etwa das Schloss Neuschwanstein bei Füssen oder das Schloss Hohenschwangau.

Sehr sehenswert ist die im Ortsteil Berg stehende Pfarrkirche St. Nikolaus mit einem markanten Turm und einer prächtigen Innenausstattung mit Fresken und Altären (um 1780 erfolgte der Umbau und die Vergrößerung der alten Kirche).

Auch die übrigen historischen Sakralbauten des Pfrontener Tals wurden überwiegend von einheimischen Künstlern und Handwerkern ausgestattet. In Pfronten-Heitlern birgt St. Leonhard zahlreiche Werke der Künsterfamilie Heel. In Pfronten-Ösch steht die Kapelle St. Koloman mit Fresken von Bartholomäus Stapf. St. Michael in Pfronten-Steinach besitzt einen bemerkenswerten Rokoko-Hochaltar, der ursprünglich aus Immenstadt stammt. Auch Pfronten-Kappel (St. Martin) und Pfronten-Meilingen (Kapelle Mariä Heimsuchung) bieten dem Besucher kunstgeschichtlich interessante Gotteshäuser.

Etwa vier Kilometer nordöstlich ermöglicht die landschaftsbeherrschende Burgengruppe Hohenfreyberg-Eisenberg eine umfassende Rundumsicht auf Pfronten, die Burg Falkenstein, die Tannheimer und Nesselwanger Berge, das Ammergebirge und das hügelige Alpenvorland.

[Bearbeiten] Sport

Pfronten besitzt ein Eisstadion mit einer Grundfläche von 1.800 m². Außerdem gibt es zahlreiche Skilifte, zum Beispiel in Röfleuten und Steinach sowie auf dem Breitenberg. Im Jahr 2009 wurde zum 6. Mal ein Moutainbike-Marathon mit drei Streckenlängen (alle drei Strecken führen auf den Breitenberg) sowie die Klapp(-berg-)rad-Weltmeisterschaft ausgetragen.

[Bearbeiten] Vereine

Es finden sich zahlreiche Sportvereine mit den zugehörigen Sportstätten. Unter anderem spielt hier auch der Eishockeyverein EV Pfronten.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Pfronten liegt direkt an der Außerfernbahn, einer Eisenbahnstrecke, die Kempten im Allgäu mit Reutte und weiter mit Garmisch-Partenkirchen verbindet.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Die wirtschaftliche Situation der Gemeinde Pfronten ist stark durch den Tourismus geprägt. Neben ansässiger Industrie für Feinmechanik, Maschinenbau (Deckel-Maho, Gildemeister) und Optik bildet der Fremdenverkehr die Haupteinnahmequelle.

[Bearbeiten] Fremdenverkehr

Es stehen etwa 5.000 Betten für Übernachtungsgäste zur Verfügung. Im Jahr 2003 registrierte Pfronten 680.000 Übernachtungen von Touristen. Die Breitenbergbahn führt die Besucher auf den Breitenberg und somit auf die Pfrontener Hochalpe. Diese dient den Besuchern im Sommer als Wandergebiet und im Winter als Skigebiet.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

  • Deckel Maho Gildemeister - Herstellung und weltweiter Vertrieb von Fräsmaschinen
  • Lindauer Dornier GmbH Werk Pfronten - Fertigungswerk für den Hauptsitz Lindau, Weltweiter Vertrieb von Webmaschinen
  • Bavaria Digital Technik GmbH - Automatisierungs- und Prozessleittechnik
  • HAFF Feinmechanik GmbH, Hersteller mathematischer Instrumente (Zirkel, Messlupen, Planimeter, sowie Zulieferfertigung)

[Bearbeiten] Sender Pfronten

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS Regionalisierung ERP
(kW)
Sendediagramm
rund [ND]/gerichtet [D]
Polarisation
horizontal [H]/vertikal [V]
Vom Sender Pfronten (Breitenberg-Mittelstation) wird abgestrahlt:
Rundfunksender vom Bayerischen Rundfunk
92,3 MHz Bayern 1 BAYERN 1 BR 1 SCH 0,05 kW k.A. k.A.
89,1 MHz Bayern 2 BAYERN 2 keine REG 0,05 kW k.A. k.A.
93,5 MHz Bayern 3 BAYERN 3 keine REG 0,05 kW k.A. k.A
102,4 MHz Bayern 4 Klassik BAYERN 4 keine REG 0,05 kW k.A. k.A.
107,8 MHz B5 Aktuell B 5 AKT keine REG 0,05 kW k.A. k.A.
Bundesweite Sender
96,5 MHz Deutschlandfunk DLF Bayern 0,02 kW k.A. k.A.
Landesweiter Privatsender
104,7 MHz Antenne Bayern ANTENNE keine REG 0,05 kW k.A. k.A.

[Bearbeiten] Bildung

An Bildungseinrichtungen besitzt Pfronten im Ortsteil Heitlern eine Grundschule und eine Hauptschule mit M-Zug.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] in Pfronten geboren

[Bearbeiten] mit Pfronten verbunden

  • Johann Georg Fischer (1673–1747), Baumeister des Barock; erweiterte 1729 die Filialkirche St. Leonhard in Pfronten-Heitlern und baute 1730 die Kapelle St. Koloman in Pfronten-Ösch
  • Heinrich von Vietinghoff (1887–1952), Generaloberst; starb hier
  • Tommy Kent (* 1942), Schlagersänger, Schauspieler, Maler und Architekt; hat seine Arbeitsstätte und Galerie in Pfronten

[Bearbeiten] Literatur

  • Johann B. Doser: Pfronten in Vergangenheit und Gegenwart - Ein Beitr. zur Heimatkunde. Pfronten-Ried, 1925
  • Simone Haf, Alison Feller: Pfrontener Impressionen. Horb am Neckar, 2002. ISBN 3-89570-791-0
  • Anton H. Konrad, Annemarie Schröppel, Adolf Schröppel: Pfronten (Schwäbische Kunstdenkmale, 34). Weissenhorn, 1986
  • Pfrontener Bilderbogen 86. Pfronten, 1986. ISBN 3-925407-03-0
  • Annemarie Schröppel, Adolf Schröppel: Alt-Pfrontener Photoalbum. Pfronten, 1984
  • Annemarie Schröppel: Pfrontener Kirchen und Kapellen und ihre Pfarrer. Pfronten, 2002

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Category:Pfronten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen